Der Teich

Grundlagen

Das Wasser als gestalterisches Element gewinnt nicht nur immer mehr an Präsenz in Gärten, besonders der heimische Gartenteich wird als ein Ruheort wahrgenommen. Nicht nur als schöne Zierde punkten die verschiedenen Teicharten, sondern auch als wichtiges Biotop für Pflanzen und Tiere, schließlich steht Wasser für die Grundlage allen Lebens.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden viele verschiedene Teichformen entwickelt, die sich unter anderem nach Größe, Aufwand und Absicht unterscheiden lassen. Die Namen der einzelnen Formen beschreiben meist gleichzeitig die Haupteigenschaften. Es gibt – um nur eine kleine Auswahl aufzulisten- Schwimmteiche, Terrassenteiche, Miniteiche, Zierteiche, Pflanzenteiche, Fischteiche, Koiteiche, Molchteiche, Naturteiche aus unterschiedlichsten Materialien wie z.B. Teichfolie, Teiche aus Beton und Ton oder fertige Teichwannen aus Hartkunststoff.  Weitere Infos zu den verschiedenen Arten gibt es hier:

https://www.blauteich.de/teicharten-9-verschiedene-gartenteiche-im-ueberblick

Der Grundaufbau eines Teiches ist jedoch (fast) immer der gleiche. Die einzelnen Zonen orientieren sich nach dem Vorbild der Natur. Die unterschiedlichen Höhen, die daraus resultieren, bieten nicht nur verschiedenen Pflanzen und Tieren einen angepassten Lebensraum, sondern bieten viel Abwechslung und geben unzählige Möglichkeiten der Gestaltung auf. Im besten Fall ist die Flachwasserzone (s.u.) und der Uferbereich stufig aufgebaut. Würde der Teich einfach schräg nach unten abfallen, bestünde das Risiko, dass Pflanzen und Substrate einfach nach unten hin wegrutschen.   

Wenn man von außen nach innen geht setzt sich der Teich ausfolgenden Zonen zusammen: zunächst kommt die Uferzone, wo alles eben ist und das Gewässer anfängt. Darauf folgt die Feuchtzone, welche ab der bspw. Teichfolie flach beginnt und durch den Übergang niemals austrocknet. Dann geht es schon in den Flachwasserbereich (Flachwasserzone), bevor der Teich seinen tiefsten Punkt erreicht in der Tiefwasserzone.

Die richtigen Pflanzen als natürlicher Filter

Natürlich kann man sich seine eigenen Teichpflanzen je nach Belieben unter Berücksichtigung der pflanzenspezifischen Bedürfnisse zusammenstellen, doch sollte man eines nicht unbedacht lassen; der Teich ist mit einem optimalen Aufbau (s.o.) und den richtigen Pflanzen durchaus ein Stück weit selbst in der Lage, sein Gleichgewicht zu halten.

 Anhand einer gezielten Auswahl bestimmter Pflanzen kann man den Teich „unterstützen“, sich teilweise selbst zu reinigen. Die richtige Bepflanzung spielt im Teich eine wichtige Rolle. Unterwasserpflanzen wie Hornkraut nehmen Nährstoffe auf und geben Sauerstoff ab – auf diese Weise tragen sie zur Wasserqualität im Gartenteich bei. In der Uferzone machen Sumpfgewächse idealerweise knapp ein Drittel des Bewuchses aus.

 

Unterwasserpflanzen leisten wertvolle Dienste. Eine gute Wasserqualität im Teich ist letztendlich auch ihr Werk. Nachstehend eine kleine Auswahl:

 

    Wasserstern (Callitriche palustris), Sauerstofflieferant auch im Winter

    Hornblatt (Ceratophyllum submersum), Sauerstoffspender vom Frühjahr bis Herbst

    Wasserpest (Elodea canadensis), neigt zum Wuchern, Sauerstofflieferant im Winter

    Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum), Sauerstofflieferant im Sommer

    Laichkraut (Potamogeton crispum), wuchert, Sauerstofflieferant im Sommer

 

Durch starke Umwelteinflüsse wie z.B. Laubabfall, Pollenflug, ggf. Fischfutter und auch durchaus Düngemittel sollte der Mensch trotzdem nicht auf den Teichfilter und eine Teichpumpe mit Teichbelüfter verzichten. Durch unter anderem die Umwelteinflüsse wird der natürliche Kreislauf im Teich gestört.

 Dabei wirkt der Teichfilter mit UVC- Lampe als Kläranlage für das Gewässer und die Pumpe, die an den Teichbelüfter (oder auch ein Springbrunnen oder Bachlauf/Wasserfall) angeschlossen ist, versorgt das Wasser gleichmäßig mit Sauerstoff.

Doch warum schaden äußere Umwelteinflüsse/externe Nährstoffquellen?

Einen natürlichen Wasserkreislauf anzustreben, ist grade bei Fischteichen, äußerst schwierig da meist zu viele Fische auf zu engem Raum leben. Mit den Fischen geht das Fischfutter einher, was nicht auf dem natürlichen Weg verarbeitet werden kann. Rasendünger, Laub und Pollen sind zusätzliche sogenannte externe Nähstoffquellen. All diese Faktoren erhöhen zusätzlich das Angebot von Nähstoffen, was wiederum dazu führt, dass sich die dort lebenden Organismen schneller vermehren. Am Ende dieser Reaktionskette* steht dann das Algenwachstum, was selten von Teichbesitzern gewünscht ist.

Der Algenbefall kann jedoch so weit gehen, dass Algen vom sogenannten Zooplankton verspeist werden, was eigentlich nicht weiter schlimm wäre, würde das tierische Plankton nicht währenddessen Sauerstoff verbrauchen. Dieser Verbrauch kann so hoch werden bei Vermehrung des Planktons, dass jeglicher Sauerstoff aus dem Teich schwindet. Ohne Sauerstoff kann kein Leben im Teich stattfinden.

Deswegen sollte man ein Überangebot an Nährstoffen vermeiden.

Teichreinigung / Teichpflege

Um einen Überschuss an Nährstoffen zu vermeiden, kann man einige Punkte im Laufe eines Gartenjahres berücksichtigen.

  1. Sobald die Temperaturen unter 10 Grad fallen die Fütterung der Fische einstellen
  2. Laubabfall und Pollenflug vom Teich fernhalten durch z.B. ein Teichnetz, Teichskimmer, Kescher
  3. Den Teichfilter regelmäßig reinigen
  4. Die Teichpflanzen einem regelmäßigen Schnitt unterziehen
  5. Falls sich schon Teichschlamm gebildet hat, kann dieser mit einem Teichschlammsauger entfernt werden

Über das Jahr verteilt sind folgende Punkte in Sachen Teichpflege zu beachten:

            Im Frühjahr     

Nachdem die Winterruhe ihr Ende gefunden hat, kann man in Sachen Teichpflege wieder einige Punkte angehen. Um den März herum können nicht winterharte Pflanzen wieder nach

draußen gebracht werden, falls man solche integriert hat. Jetzt ist auch der ideale Zeitpunkt, Gräser zurückzuschneiden und Stauden zu teilen oder zu verkleinern. Außerdem sollte der pH-Wert des Wassers nun regelmäßig gemessen werden (der ideale pH-Wert liegt zwischen 7,5 und 8,5; ideal ist ein permanenter Wert von 8,2), damit man Unstimmigkeiten früh genug entgegenwirken kann. Wie man den ph-Wert richtig misst und ihn senkt oder anhebt, kann man hier nachlesen: https://www.teichpflege.eu/bauanleitungen/die-richtigen-wasserwerte/ph-wert/

In der Regel sorgt schon ein Teichfilter mit einer UVC-Lampe dafür, dass Schadstoffe abgebaut werden.

Der Sommer

Wenn um diese Jahreszeit alles summt und blüht, braucht auch der Teich besondere Aufmerksamkeit. Organisches Material wie z.B. Algen sollten abgefischt werden, damit kein Nährstoffüberschuss entsteht. Minimieren sie auch die anderen Faktoren (s.o.) um den Sauerstoffverbrauch im Wasser nicht in die Höhe treiben zu lassen. Auch jetzt sollte der pH-Wert regelmäßig gemessen werden.

In der Herbstzeit

Auch hier steht viel im Sinne der Vermeidung des Nährstoffüberschusses. Herabfallendes Laub sollte abgefischt oder mit einem Teichnetz abgefangen werden -bitte auch das regelmäßig säubern, um den Zersetzungsprozess nicht zu begünstigen. Auch jetzt können zu groß gewordene Pflanzen schon geteilt und abgestorbene entfernt werden. Genereller Staudenrückschnitt und Gräserschnitt empfiehlt sich jedoch besser für das Frühjahr, da grade diese den Teich im Winter schmücken und noch genügend Verstecke für Lebewesen bieten.

Im Winter

Nun kommen nicht winterfeste Pflanzen und/oder Fische wieder ins Winterquartier. Falls winterresistente Fische den Teich bewohnen, sollte dieser nicht komplett zufrieren. Wenn eine zu dicke Eisschicht den Teich bedeckt, ist der Luftaustausch nicht mehr gewährleistet, der für Fische überlebenswichtig ist. Auf natürlichem Weg wird das Eis durch Halme oder Rohrkolben gebrochen. Ein Stück Holz oder eine Platte aus Styropor erfüllen auch ihren Zweck.

Falls grade bei kleinen Teichen mit Fischbestand schon eine Eisschicht besteht, ist davon abzusehen, mit Pickel oder Hammer ein Loch ins Eis zu schlagen. Die Druckwellen die daraus entstehen können für Fische tödlich sein. In diesem Fall ist es besser mit heißem Wasser ein Loch in das Eis zu schmelzen und es mit Holz oder Styropor freizuhalten.

 

 

 

* Kürzel der Standorte für Stauden:

7 Lebensbereiche: Gehölz (G), Gehölzrand (GR), Freiflächen (Fr), Steinanlagen(St), Beet (B), Wasserrand (WR), Wasser (W), Alpinum (A)

Dazu gibt es noch von 1-8 sogenannte Feuchtezahlen, wobei 1 trocken ist und es bei 8 um Schwimmpflanzen geht

* Die Reaktionskette:

Nährstoffüberangebot – Bakterien vermehren sich stark – Überangebot an Nitrat – Algenwachstum profitiert davon

 

 

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