Rasenanlage

Möchte man einen Rasen anlegen, so gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man Rollrasen legen oder den Rasen aussäen. Beide Varianten haben ihre Vor-, aber auch Nachteile. 

Wer einen eigenen Rasen anlegen will, muss sich zuerst überlegen welchen Rasen man überhaupt möchte und welche Zwecke er erfüllen sollte. Man unterscheidet hier in vier verschiedene Typen. Zierrasen wird auch englischer Rasen genannt und wächst dicht grün, ist empfindlich was die Belastung angeht und fordert eine intensive Pflege ein. Gebrauchs- bzw Spielrasen hingegen ist sehr belastbar und trittfest- seine Pflege ist eher mittelintensiv. Ein dritter Typ ist der Schattenrasen, der besonders für schattige oder halbschattige Lagen geeignet ist, wie z.B. unter Bäumen, Sträuchern. Zuletzt kommt der Sport- oder auch Golfrasen, der auch stark belastbar ist und dicht dunkelgrün wächst. Dadurch, dass er weniger anfällig ist für Unkraut ist der Sportrasen beliebt beim Fußball oder Golfen.

Hat man nun herausgefunden, welchen Rasen man haben möchte, kann man diesem entweder im Frühjahr oder Herbst anlegen, da im Winter oder Sommer Rasen nicht gut anwächst aufgrund der Extreme von Kälte oder Hitze. Pflegearbeiten wie Mähen, Vertikutieren, Unkraut entfernen, Düngen,Verifizieren, Kalken oder Sanden sollten nur im Zeitraum von März bis Oktober durchgeführt werden. Genau in diesem Zeitraum wachsen Pflanzen, den Rest des Jahres stellen sie ihr Wachstum aufgrund der Temperaturen ein. 

Fangen wir an mit den ersten Arbeitsschritten zum Anlegen. Diese sind bei allen Rasentypen gleich.

Wenn noch der alte Rasen vorhanden ist, sollte man nach der Fehlerquelle suchen, warum dieser nicht gut gewachsen ist. Gründe hierfür können zu viel Schatten, Düngefehler, der pH-Wert oder eine falsche Bodenqualität sein bzw die sich bildende Staunässe bei zu dichtem Boden. Ist der Rasen zu nass, ist er anfällig für Krankheiten. Mit einer Rasenschälmaschine oder einer Schaufel wird der Rasen abgeschält. Auf keinen Fall sollte man z.B. Rollrasen auf den alten Rasen drauflegen, da man so keine bodenverbessernden Maßnahmen durchführen kann. 

Wurzeln, große Steine und Unkräuter sollten entfernt werden. Ist dies geschehen, kann man noch den Kalkgehalt des Bodens überprüfen, da kein Rasen zu saure Erde mag.  Als nächsten Schritt wird mit einer speziellen Rasenharke der Boden glatt geharkt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Abstand zwischen den einzelnen Harken nur ca 1cm beträgt, so dass gröbere Sachen direkt raus geharkt werden können, die nicht in Rasenplanum gehören. Natürlich tut es auch eine normale Harke. In diesem Schritt erstellt man ein Grobplanum, wo man die zukünftige Rasenfläche ebnet. Als nächster Schritt wird die Fläche gewalzt mit einer Gartenwalze, um den Boden anzudrücken und eventuelle Unebenheiten aufzudecken und zu verbessern. Danach geht man nochmal mit der Harke drüber, wobei nun das Feinplanum entsteht. Das Feinplanum sollte trittfest sein und deswegen nochmal abgewalzt werden, damit der Rasen später nicht absackt. Es empfiehlt sich, den Boden jetzt schon zu düngen mit einem sogenannten Starterdünger, der vor allem Phosphor in größeren Mengen enthält. Phosphor regt das Wurzelwachstum an. Dieser Nährstoff ist grade jetzt wichtig da die Wurzeln beim Rollrasen fast vollständig entfernt wurden und erstmal nachwachsen müssen. 

Der Untergrund sollte leicht sandig und feinkörnig sein. Rasen wächst auf lockerem Boden an; lehmiger, verdichteter Boden ist hierfür nicht geeignet. Wenn der Untergrund verdichtet ist, sollte er spatentief gelockert werden oder mit einer Fräse bearbeitet werden. Hierbei empfiehlt sich die direkte Einarbeitung von Lavagranulat, Humus oder Sand(2-5cm, 15cm tief, „abmagern“), bei einem zu dichten Untergrund.

Nun unterscheiden sich die Anlegearten. Bei Rollrasen werden nun die Bahnen verlegt. Am besten fängt man hinten an und legt sich den Weg dorthin mit Platten bzw. Schaltafeln aus, damit das Planum nicht mehr zerstört wird. Ein weiterer Vorteil von Schaltafeln ist, dass der Rasen schon „angewalzt“ wird und sich keine Kuhlen im Rasen bilden. Beim Verlegen ist darauf zu achten, dass keine „Kreuzfugen“ entstehen, soll heißen die Bahnen müssen immer versetzt gelegt werden, damit keine Löcher entstehen und der Rasen gleichmäßig anwächst. Zwischendurch kann man die Enden vorsichtig andrücken, z.B. mit dem Rücken einer Harke. Ist der Rollrasen gelegt, sollte er gut gewässert werden, damit die Austrocknung vermieden wird. Er sollte feucht gehalten werden, indem man 1-2x die Woche ca. 15-20 Liter wässert. Kontrollieren kann man das einfach, indem man ein Glas auf die Fläche stellt und wartet bis 15-20mm reingeregnet sind. Auch wenn der Rasen angewachsen ist, sollte er weiterhin bewässert werden. Nach ca 2 Wochen nach dem Verlegen kann man mit der „Anfangspflege“ beginnen. Hier wird der Rasen beim aller ersten Mähgang auf 6cm runtergeschnitten. (Später dann auf 4cm) Auf scharfe Messer beim Rasenmäher ist zu achten, damit die frisch angewachsenen Halme nicht wieder herausgerissen werden. 

Möchte man den Rasen aussäen, sollte man auf eine RSM-Mischung achten. Dies sind Regel-Saatgut-Mischungen, die speziell aufeinander abgestimmte Sorten und Arten beinhalten, die sich gegenseitig in ihren Eigenschaften ergänzen und einen Verwendungszweck verfolgen. Beim Ausaatvorgang sollte auf eine regelmäßige Aussaat geachtet werden. Man rechnet mit ca. 25g/m² Saatgut, welches eine gute Hand voll ist. Geübte Hände kriegen auch ein regelmäßiges Streubild hin, man kann aber auch grade bei größeren Flächen zu einem Aussaatwagen greifen, wo die Menge der Saat eingestellt werden kann. Liegen die Samen auf der Erde, geht man nochmal mit der Gartenwalze drüber und drückt die Samen an, damit diese nicht wegfliegen oder beim Wässern nicht weggespült werden. Anschließend kommt die Harke nochmal zum Einsatz, wobei man nicht zu tief harken darf, da Rasensamen Lichtkeimer sind. Sind die Samen eingearbeitet, sollte alles gut gewässert werden. Stehen die ersten jungen Graspflänzchen, kann auch schon gemäht werden, damit eine geschlossene, belastbare Grasnarbe entstehen kann. Von einem Rasen spricht man, wenn ca 70% der Fläche mit Rasen bewachsen ist.

Die „Regelpflege“ ist nun wieder gleich. Hierzu gehört regelmäßiges Mähen, die Häufigkeit kann jeder selbst festlegen. Empfohlen wird 1-mal in der Woche. Da man mit dem Mähen dem Rasen Nährstoffe entzieht, sollte er regelmäßig gedüngt werden, um ihn die Nährstoffe wieder zu geben. Experten empfehlen, den Rasen 3-5-mal im Jahr zu Düngen, mindestens aber 2 Mal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Im Frühjahr sollte man einen stickstoffreichen Dünger verwenden, einen sogenannten Frühjahrdünger. Stickstoff regt das vegetative Wachstum an, spricht den Wuchs der Halme. Im Herbst ist dann ein Herbstdünger dran, der vor allem Kalium enthält, was den Rasen stärkt gegen Krankheiten und Anfälligkeiten im Winter. 

Noch dazu gehören Vertikutieren und Aerifizieren. Beim Vertikutieren wird der Rasenfilz entfernt, der sich mit der Zeit bildet und vor allem Mooswachstum begünstigt. Bei diesem Vorgang wird der Filz zerschnitten und rausgeholt. Anschließend wird empfohlen, den Rasen zu düngen und neue Samen auszubringen. Wie oft Vertikutiert wird kommt auf den Rasen an. Der Monat Mai eignet sich am besten, da er das beste Wachstumswetter beinhaltet. Für weitere Infos zum Thema Rasenpflege findet man weitere Infos in dem Artikel „Die Frühjahrskur für den heimischen Rasen“.

Beim Aerifizieren werden mit einer speziellen Maschine Löcher in den Rasen gestanzt, um Bodenverdichtungen aufzuheben und den Boden zu durchlüften. Es empfiehlt sich hierbei direkt Sand miteinzuarbeiten.

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